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Johann Kauper im Interview Traditionsbetrieb seit über 10 Jahren

Inhaber Johann Kauper

Interview: "Sicherheit von Zylinderschlössern"

"Interessiert es die Erzeuger von Schließzylindern eigentlich, ob ihre Schlösser nachsperrbar sind?" KONSUMENT sprach mit dem Aufsperrtechniker Johann Kauper über die Sicherheit von Zylinderschlössern.


Früher hat jeder Schlosser auch aufgesperrt. Klappt das heute noch?

Nur Schlosser sein genügt längst nicht mehr. Das Berufsbild hat sich hin zum Aufsperrtechniker entwickelt. Wer sich nicht regelmäßig fortbildet und zu wenig Übung hat, wird sich auf Dauer schwertun.

Sie öffnen Schlösser nach Möglichkeit zerstörungsfrei?

Vor allem, wenn ich im Auftrag des Gerichts eine Wohnungstür öffne, muss das ohne Beschädigung passieren. Menschen, zu denen der Gerichtsvollzieher kommt, brauchen nicht auch noch eine kaputte Tür mit einem aufgebrochenen Schloss.

Andere Aufsperrdienste gehen nicht so behutsam vor.

Schlimm sind vor allem jene, die zum Türöffnen schnell einmal über die Grenze kommen. Diese Leute setzen ihre Kunden gnadenlos unter Druck und verlangen für ihre miese Arbeit auch noch viel Geld. Sie zerstören ganz bewusst jedes Schloss und bringen den Ersatzzylinder gleich mit. Es geht ihnen nur um schnelles Geld. Die Kunden sind praktisch immer in einer Notsituation und wagen kaum, sich zu wehren.

Wird Ihre Arbeit leichter oder schwerer?

Aufsperren wird laufend schwerer. Die Industrie bemüht sich redlich, dass die gängigen Aufsperrtechniken nicht mehr funktionieren.

Warum sind trotzdem noch immer miese Schlösser am Markt, wie unser Test zeigt?

Die Industrie setzt einfach keinen Schwerpunkt. Die Erzeuger interessieren sich nicht dafür, ob ein Schloss nachsperrbar ist – oder eben nicht. Natürlich wissen die Firmen genau, ob und welche schleißigen Massenprodukte sie im Sortiment haben. Verkauft werden sie trotzdem.

Weshalb finden sich selbst in Neubau-Anlagen veraltete Schlösser?

Die Bauträger sparen, wo sie können. Das Absurde ist: Die Eingangstüren sind sicherheitstechnisch meist ganz passabel. Dafür wird bei den Schlössern geknausert. Bei den Summen, die hier insgesamt im Spiel sind, sollten einige Euro mehr für einen guten Zylinder eigentlich kein Thema sein.

Was ist mit gesperrten Schlössern, bei denen man eine Sicherheitskarte braucht, um einen Schlüssel nachbestellen zu können?

Auch ein sogenanntes gesperrtes Profil ist nicht heilig. Es bietet nur für eine gewisse Zeit Schutz. Irgendwann läuft das Patent ab und dann kann jeder Schlüsseldienst den Schlüssel probemlos nachmachen.

Kann ein Laie ein gutes Schloss erkennen?

Nein, dass schaffen nur Profis. Leider liefert auch der zugehörige Schlüssel einem Konsumenten keine Auskunft darüber, ob ein Schloss von guter Qualität ist oder nicht.

Wo fängt bei Ihnen preislich ein guter Schließzylinder an?

Hochwertige Schlösser kosten meist zwischen 150 und 200 Euro. So viel sollte einem die eigene Sicherheit auf jeden Fall wert sein.

Wie können Kunden sich selbst schlau machen?

Konsumentenschutzorganisationen wie der Verein für Konsumenteninformation beschäftigen sich laufend mit dem Thema Sicherheit. Der aktuelle Test gibt einen guten Überblick über die Qualität von Zylinderschlössern, die derzeit am Markt präsent sind. Auch auf der Homepage des Kuratoriums für Einbruchsschutz und Objektsicherung ( www.keo.at ) findet sich eine Liste mit geprüften Schließzylindern. Viele Infos sind online im Web verfügbar. Jeder, der sich heute ein Auto kauft, weiß alles über seinen neuen Schlitten. Das sollte auch beim Schloss für die Eingangstür der Fall sein.

Was raten Sie Mietern, die ihr Schloss tauschen lassen?

Dass sie das alte Schloss keinesfalls wegwerfen, sondern aufheben. Bei einem eventuellen Umzug kommt dann das neue Schloss heraus und das alte wieder hinein. So erspart man sich eventuelle Debatten mit dem Vermieter. Allerdings: Wer sich selbst ein anderes Schloss anschafft, ist dafür dann auch selbst verantwortlich. Gibt es ein Problem, kann man sich damit nicht mehr an die Hausverwaltung wenden.

Und was ist mit Zusatzschlössern, um eine Tür mehrfach versperren zu können?

Damit wäre ich vorsichtig. Nur dann, wenn der Türhersteller schriftlich die Genehmingung dafür erteilt, sind die Kunden auf der sicheren Seite. Häufig ist es so, dass bei einer Tür durch nachträgliche Änderungen z.B. der vorgeschriebene Brandschutz nicht mehr gewährleistet ist. Und das kann dann im Fall des Falles richtig teuer werden.